Wie einst alles begann….
die Geschichte der Geburt des Swiss Tesla Owners Clubs – STOC
von Pierre Uhl
Vor unterdessen 14 Jahren, es war irgendwann im Frühjahr 2008, erfuhr ich zum ersten Mal von einem neuen elektrischen Auto; die amerikanische Firma Teslamotors wollte einen Lotus Elise elektrifizieren. Dafür schloss besagte Firma mit Lotus in Grossbritannien einen Vertrag für die Produktion von 2500 Modellen ab. Ich war vom ersten Moment an davon fasziniert, ehrlicherweise damals weniger aus Nachhaltigkeitsgründen, sondern der Technik wegen. Es leuchtete mir als Techniker ein, dass der Elektromotor viel effektiver ist als der Verbrennungsmotor mit seinem Wirkungsgrad von lediglich etwa 35%.
Zuerst war der Plan, diesen neuen Roadster nur in den USA zu verkaufen; die damalige Finanzkrise in den Staaten sowie die grosse Nachfrage aus Europa bewogen die Manager von Tesla jedoch dazu, hier eine EU-Signature-Edition von 250 Exemplaren auf den Markt zu bringen.

Probefahrt in Zürich
Auf der damaligen Homepage konnten sich allfällige Interessenten registrieren, um so laufend über den Fortschritt des Projektes informiert zu werden. Und tatsächlich, im Herbst 2008 meldete sich ein Teslaverkäufer mit einem Testfahrzeug und bot in Zürich Probefahrten an. Das war DIE Gelegenheit, nichts wie hin! Am 12. Sept. 2008 durfte ich dann zum ersten Mal mit dem Roadster vom Escher-Wyss-Platz in Zürich die Rosengartenstrasse hinaufkriechen (8tung Radar), weiter zum Flughafen und wieder zurück flitzen. Wow! Diese Beschleunigung – dieses Fahrgefühl, lautlos – einfach Hammer! Um in der aktuellen Sprache zu bleiben – das Tesla-Virus hat mich sofort infiziert. Und ich vermute, so manch anderem (Damen natürlich eingeschossen), welcher damals Gebrauch von Probe-Gelegenheit machte, erging es ebenso.
Bestellung
Da ich keine Chance mehr hatte, mir den kleine Bodensurri wieder aus dem Kopf zu schlagen, beschloss ich, mir das Objekt der Begierde nochmals genauer anzuschauen; die entsprechende Möglichkeit dafür erhielt ich kurze Zeit später am Automobil-Salon in Paris.Die deutsche Zeitschrift Der Spiegel schrieb damals: «Statt dick und durstig jetzt klein und sparsam. Auf dem Pariser Autosalon übertrumpfen sich die Hersteller mit jeder Menge City-Flitzern. Jedoch nicht ganz freiwillig. Brüssel zwingt zum Downsizing, denn sonst drohen ab 2012 hohe CO2-Strafen.» Natürlich kam es, wie es kommen musste….. ich entschloss mich, so ein Model zu bestellen und zwar auf der Stelle, noch in Paris am Salon. Am Tesla-Stand wurde ich jedoch belehrt, dass ich dies nicht bei ihnen tun könne, einen Tesla könne man nur im Internet erwerben. Upps… wieder etwas Neues; aber dann eben so…..
Ab diesem Moment hiess es dann, sich erstmal ausgiebig in Geduld zu üben!Reservationsnummern gab es damals noch keine, daher wurde einem bei der Bestellung direkt die VIN-Nummer zugeteilt. Zu meiner Verwunderung tauchten im Internet bereits Listen mit diversen VIN-Nummern und entsprechenden Lieferfristen auf.

Aus dem ersehnten Juni 2009 wurde schliesslich nichts, ich musste mich ziemlich genau ein Jahr gedulden. Am 15. Oktober war es dann endlich soweit; der damals einzige Mitarbeiter der Firma Tesla in der Schweiz lieferte das Auto höchstpersönlich bei mir zu Hause ab. Es war etwa 10 Uhr am Vormittag, doch der Herr war ziemlich im Schuss, musste er doch vom Tessin wieder zurück nach Schwyz, den nächsten Roadster aufladen und mit diesem noch vor Feierabend in Genf dem nächsten Kunden eine grosse Freude bereiten.
Durch den Gotthard
Ein wichtiges Kriterium, wenn nicht das Wichtigste, war für mich, dass ich mit einer Batterie-Ladung vom Tessin bis nach Zürich kommen musste. Da es «ein bisschen Strom im Reservekanister» nicht gibt und ich überhaupt keine Lust hatte, stromlos im Gotthardtunnel zu stranden, plante ich meine erste Fahrt durch die lange Röhre sorgfältig. Am 19. November 2009 machte ich mich dann – mit einer randvollen Batterie – erstmals auf die Reise in Richtung Norden. (Heute lachen wir alle darüber….) Als mir in Airolo nur noch 135 km Reichweite angezeigt wurde, machte ich mir zugegebenermassen so einige Gedanken. Da ich wusste, dass es beim Autobahnrastplatz Gotthard Nord eine 32 Ampere Steckdose gab, entschloss ich mich trotzdem, die Weiterfahrt durch das lange Dunkel in Angriff zu nehme. Der Umstand, dass ich von Göschenen bis nach Schattdorf 100 km rekuperierte, verhalf entschieden dazu, dass ich die restliche Fahrt nun wirklich geniessen konnte – ohne Steckdose. Zu diesen Anfangszeiten waren die Tesla Roadster absolute Exoten auf der Strasse und fanden entsprechende Beachtung; ein so sportliches Gefährt, lautlos, ohne irgendwo rauszudröhnen, was bitte ist DAS denn? Natürlich «flippte» der eine Freak – Freaks waren wir damals alle – fast aus, wenn er unterwegs einem anderen Freak begegnete. Noch verrückter war, eine «Freakin» zu treffen – «Freakinnen» waren leider in der Unterzahl, aber es gab deren doch einige.
Tesla Store Zürich
Einen Tesla-Store gab es zu jener Zeit in der Schweiz natürlich nicht – die kleinen Flitzer wollten aber dennoch gewartet werden. Die Lösung war: Aus München kam ein Service-Bus mitsamt Team angerauscht – so quasi Service «auf der Stör». Da dieses «Happening» in der Parkgarage des Grand-Hotels Dolder in Zürich stattfand, bot es vielen die Gelegenheit, einmal diesen exklusiven Ort aufsuchen «zu müssen». Später dann, am 10. Juni 2010 wurde mit einigem Tamtam und medienwirksam der erste Tesla-Store in der Schweiz an der Pelikanstrasse 10 in Zürich eröffnet. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten bereits 8 Mitarbeiter für Tesla in der Schweiz. Roadster kurvten etwa 40 auf unseren Strassen herum. Der neu eröffnete Store war für die noch junge Tesla-Community so was wie ein Treffpunkt; erste Events wurden organisiert. Unter anderem war der monatliche «Tesla-Tuesday» im naheliegenden Restaurant & Bar Carlton sehr beliebt.

Der neu eröffnete Store war für die noch junge Tesla-Community so was wie ein Treffpunkt; erste Events wurden organisiert. Unter anderem war der monatliche «Tesla-Tuesday» im naheliegenden Restaurant & Bar Carlton sehr beliebt.
Anlässlich des 150. Geburtstages der Firma TAG-Heuer wurde eine World-Tour mit einem Tesla Roadsters organisiert; der Anfang war in Basel, die Route führte erst nach Zürich und dann eben weiter, rund um unseren Erdball herum, weltweit wurden 15 grosse Städte angefahren. Um den Start dieser ersten Etappe zu unterstützen, fuhren wir mit 20 Roadster nach Basel. Heute fast undenkbar, damals wurden die Strassen für uns freigehalten und wir von Politzisten auf Motorrädern mit Blaulicht durch die Stadt eskortiert. Ziel des ersten Teilstückes der Tour war mal wieder das Hotel Dolder, in strömendem Regen….
Zur gleichen Zeit wurde in selbigem Hotel ein HPC (High Power Charger – für Roadster heute noch ein «Supercharger») mit 70 Ampere installiert, wodurch natürlich wieder ein Besuch hoch über der Stadt Zürich angesagt war.
Die Roadster-Community in der Schweiz vergrösserte sich zusehends, gleichzeitig wurde die anvisierte Stückzahl von 2’500 Fahrzeugen weltweit langsam erreicht. Ende 2011 gab es in der Schweiz bereits etwa 120 Roadster – man pilgerte immer wieder zu Ladestationen-Einweihungen oder anderen Events und es herrschte stets ein reger Austausch. Langsam geisterte der Wunsch herum, sich mit Gleichgesinnten zu organisieren und einen Tesla-Club zu gründen, doch niemand unternahm den notwendigen Erfort dazu. Tesla-Schweiz bot insofern Hand, indem eine Liste mit allfälligen «Interessenten» für einen solchen Club angefertigt wurde.
Und so wagte halt ich den ersten Schritt; bewaffnet mit erwähnter Liste, optimistischem Enthusiasmus, viel Geduld und reichlich Hartnäckigkeit klapperte ich all jene «Interessenten» ab, um eine Bereitschaft zu einer Clubgründung auszuloten. Längst nicht alle hatten Zeit oder Lust, an einem solchen Projekt mitzumachen. Schlussendlich liessen sich dann aber tatsächlich vier «angefressene» Roadster-Fahrer dafür überzeugen.
Am 02. Mai 2012 trafen wir uns in der Anwaltskanzlei von Andres von Sprecher in Zürich zur Gründung des STOC, Swiss Tesla Owners Clubs.
Uuuffff, das «Baby» war geboren! – Allerdings fehlte uns noch ein/e Präsident/in, da sich von den «Geburtshelfern» partout niemand für diesen anspruchsvollen Job zur Verfügung stellte.
1.Vorstandssitzung vom 12. Juni 2012, 18.30 Uhr, Waldhaus Dolder, Zürich.
Anwesend: Karin Aeschlimann, Nico Decurtins, Pierre Uhl, Oliver Weidmann,
Rico Polla (Revisor)
Entschuldigt: Giovanni Cerfeda
Traktanden:
1. Nächste Schritte
2. Ämterverteilung
3. Ideen für Events



